Walter Brune

Walter Brune machte sich nach zweijähriger Praxis bei Professor Munzer als junger Diplom-Ingenieur 1950 im Alter von 24 Jahren selbständig.

Er war zunächst für die Schwerindustrie tätig und baute Anfang der 1950er Jahre bereits als sehr junger Architekt den einzigen Kohlenzechenneubau nach dem Krieg, die Prosper-Haniel 6, sowie mehrere Kohlekraftwerke, Fördertürme etc. Ende der 1950er Jahre wurde die Firma Karstadt auf ihn aufmerksam. Für Karstadt errichtete er 20 Jahre lang – neben anderen Großprojekten – Warenhäuser. Der krönende Höhepunkt war die Planung und Erstellung der Karstadt-Hauptverwaltung in Essen.

Zwei Jahrzehnte lang, zwischen 1950 und 1970, entwickelte er neben den Großprojekten für zahlreiche Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Industrie (Horten, Wolf, Bauknecht, Carp etc.) oft auch deren Privathäuser im Bungalow-Stil, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit in den Architekturzeitschriften weltweit publiziert wurden.

Walter Brune unterhielt in Düsseldorf eines der meist beschäftigten Architekturunternehmen in der damaligen Bundesrepublik Deutschland mit Satellitenbüros in New York, Teheran, Kabul sowie in den Niederlanden. Die Weltbank beauftragte ihn in Partnerschaft mit dem bekannten amerikanischen Architekten Marcel Breuer mit der Planung umfangreicher Entwicklungsprojekte. Für den Schah von Persien erstellte er die Planung einer neuen Stadt am Kaspischen Meer.

Verdientes Geld – bei einem Start in die Selbständigkeit ohne Kapital – legte er immer wieder in Grundstücke an, deren Bebauung er bereits in den 1960er Jahren parallel zu seinem Architekturbüro durchführte. Sein Antrieb zu dieser Paralleltätigkeit war immer seine Sorge, wegen zeitweiligen Auftragsmangels oder Projektverzögerungen seine zahlreichen guten, oft befreundeten Mitarbeiter nicht mehr bezahlen zu können und damit zu verlieren. Wobei die unternehmerische Tätigkeit nie sein Lebensziel war, sondern als logische Konsequenz seines Denkens zu einer ergänzenden Aktivität wurde, ohne dass er es vermeiden konnte. So entstand bis zum heutigen Tage ein umfangreiches und fundiertes Immobilienunternehmen.

Seit Anfang der 1980er Jahre machte er sich einen Namen als Architekt, Entwickler, Consulter und teilweise auch Betreiber von innerstädtisch integrierten Einkaufszentren (Kö-Galerie, Heuvel-Galerie, Schadow-Arkaden, Neumarkt Galerie etc.).

Aktuell betätigt er sich als Planer, Bauherr und Stadtstreiter für die Erhaltung der urbanen Innenstadtzonen unserer kulturträchtigen Städte.

Auszeichnungen

1960 Preis des Bundes Deutscher Architekten für den Bau eines Feingusswerkes
1987 ICSC European Shopping Center Award “Shopping-Center of the Year 1986” für die 1986 fertig gestellte Kö-Galerie
1989 Bundesverdienstkreuz am Bande für sein Ideenreichtum, sein berufliches Engagement und seine Bereitschaft zur unternehmerischen Verantwortung
1991 Bouwforum Leonardo da Vinci für die Heuvel Galerie in Eindhoven/Niederlande
1994 ICSC European Shopping Center Award für die Neugestaltung des Rhein-Ruhr-Zentrums
2005 urbanicom Preis für sein Lebenswerk als Architekt,
Planer, Bauherr, Dipl.-Ing., Kulturbotschafter und medialer Streiter für die Stadt

Bücher

Vom Kaufhaus zur Stadtgalerie
- erschienen 2011, jovis Verlag        

Centro Oberhausen - Die verschobene Stadtmitte
- erschienen 2009, IZ Immobilienzeitung Verlagsgesellschaft

Bungalows von Walter Brune - Der erweiterte Lebensraum
- erschienen 2008, jovis Verlag

Angriff auf die City
- erschienen 2006, Droste Verlag

Die Stadtgalerie – Ein Beitrag zur Wiederbelebung der Innenstädte
- erschienen 1996, Campus Verlag

 Factory Outlet Center – Ein neuer Angriff auf die City
- erschienen 2014, IZ Immobilienzeitung Verlagsgesellschaft

 Arbeitswelten
- erschienen 2014, IZ Immobilienzeitung Verlagsgesellschaft